DX



Bild "Funken Standmobil"
CB Wagenburg
Das Kürzel DX steht in der Funkerei für eine Verbindung über weite Entfernung mittels Raumwelle. Abgeleitet aus dem Englischen „Distant eXchange“. Diese Verbindungen haben ihren ganz besonderen Reiz und sind sogar planbar. Um im CB-Funk diesen Länder-, ja teils sogar Kontinent übergreifenden Funkverkehr sinnvoll abwickeln zu können, hat sich ein DX-Rufzeichensystem etabliert, welches nicht mehr auf die lokalen, in anderen Sprachen teils schwer verständlichen, Rufnamen (Skips) angewiesen ist. Das DX Rufzeichen beginnt mit einer Zahl, dem Landeskenner, diese Zahl ist zugleich der einzige Teil des Rufzeichens, der fest vorgeschrieben ist. Deutschland zum Beispiel beginnt mit 13. Danach folgen in der Regel 2 Buchstaben plus weitere Zahlen. Dieser Teil des Rufzeichens kann frei gewählt werden. Anders als im Amateurfunk (HAM-Radio) kann das CB DX Rufzeichen von jederman selbst gewählt werden, und muss auch nirgends registriert werden. Es ist eine nicht bindende, historisch gewachsene Vereinbarung unter CB Funkern.
Etwas Theorie. Wellenausbreitung:
Bild "Maximum Usable Frequency"
MUF 3000
Man unterscheidet 2 Arten wie sich die Funkwellen auf der Erde vom Sender zum Empfänger bewegen können. Raumwelle und Bodenwelle. Der Anteil der Aussendung welcher sich entlang der Erdoberfläche bewegt, nennt man Bodenwelle. Um damit eine große Reichweite zu erzielen empfiehlt sich ein hoher Standort. Der Normalfall beim CB-Funk. Jedes Hindernis auf dem Weg zum Empfänger dämpft das Signal, bzw. macht eine Verbindung unmöglich. Es gibt Tools mit denen der Pfad der Bodenwelle vom Sender zum Empfänger, abhängig vom Standort, simuliert werden kann. Bei idealen Bedingungen, also einem hohen Standort, wenig Störungen (QRM) und Sichtverbindung (Bergfunken), sind Reichweiten bis 250km erreichbar. Befindet man sich an einem niedrigen Standort mit Hindernissen oder innerhalb einer Stadt sind teilweise nur 5-30km möglich.

Raumwelle: Der Anteil der Aussendung der „in den Himmel“ geht wäre eigentlich verloren, wenn es da nicht eine Besonderheit im Bereich der Kurzwelle (HF bis 30 MHz) gäbe. Je nach Tageszeit, Jahreszeit und Sonnenzyklus werden bestimme Frequenzbereiche an der Ionosphäre zurück zur Erde gebrochen. Der Grund dafür liegt in der Ionisation der verschiedenen Schichten der Ionosphäre. Durch die Strahlungsenergie der Sonne werden Elektronen freigesetzt, welche für die Funkwellen im HF-Bereich wie „ein Spiegel“ wirken. Welche Frequenzen nutzbar sind hängt von der Elektronenkonzentration ab. Die Ionosphäre besteht im Wesentlichen aus 3 Schichten D, E und F-Schicht, wobei F noch in F1 und F2 unterteilt wird. Für die Reflektion der Funkwellen spielen die E und F-Schicht eine wesentliche Rolle. Die D-Schicht (80km), die unterste, wirkt aufgrund der hohen Elektronenkonzentration für die niedrigen Bänder tagsüber absorbierend (<40m 7MHz). Für das 11m Band (27MHz) ist sie so gut wie durchlässig. Kurz nach Sonnenuntergang baut sich diese Schicht recht schnell ab, weil durch die hohe Moleküldichte die Elektronen sehr schnell einen Rekombinationspartner finden. Auch die mittlere, die reflektierende E-Schicht (120km), wird im Laufe der Nacht abgebaut. Jedoch finden oftmals sporadische Aufladungen der E-Schicht auch nachts statt. Sogenannte Sporadic E Ereignisse sorgen im CB-Funk lokal oftmals für überraschende Übereichweiten (~1000-2000km). F1 und F2 vereinen sich nachts und bleiben bestehen. Grund: Die Nachtzeit reicht in dieser Höhe (200-400km) aufgrund der geringen Moleküldichte nicht aus, damit alle Elektronen rekombinieren können. Über die hohe F-Schicht sind bei mehreren Sprüngen zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre Distanzen von über 10000km möglich. Mit entsprechendem Equipment wie im Amateurfunk (Richtantennen, hohe Leistung etc.) sogar weltumspannende Verbindungen. Zum Beispiel Deutschland – Australien auf 20 Meter (14MHz).  Jedoch sinkt die „Maximum Usable Frequency“ (MUF) recht schnell, nach Sonnenuntergang, unter den Frequenzbereich des CB-Funks (27MHz). Es gibt Hilfsmittel um die Raumwellenausbreitung einschätzen zu können. Im Beispiel des Bildes links, wäre eine Verbindung Deutschland – Südafrika auf 27MHz wohl möglich gewesen. Die Zahlen geben die MUF 3000 wieder, also die maximale Frequenz, bei der die Funkwellen noch zur Erde gebrochen werden, und einen 3000km Sprung vollführen. Diese MUF muss auf dem gesamten Pfad der Verbindung gegeben sein. Vereinfacht kann man sagen, das für eine 27MHz DX Verbindung die frühen Abendstunden am besten geeignet sind. Abhängig natürlich auch von der Jahreszeit und dem Sonnenfleckenzyklus. Von vielen CB-Funkern werden die oben genannten Effekte und die damit verbundenen Überreichweiten oftmals als störend empfunden, da lokale Verbindungen gestört werden. Die vielen einfallenden Signale werden als QRM bezeichnet. Es heißt dann das Band ist „offen“. Ein Vorteil des DX-Betriebs ist, man braucht keinen exponierten Standort. Das geht auch aus dem „Loch“ wie die Funker sagen. Man muss nur den Himmel erreichen, und ein paar rudimentäre Kenntnisse des Englischen beherrschen. Ein spannendes Thema.

Einige DX-Rufzeichen der Hegau-Bodensee Funker:
CB DX Callsign Local CB Skip Name Locator Grid Square
13 BM 78 (13BM78) Blue Max Michael JN47LQ
13 LA 72 (13LA72) Einsamer Wolf Nick N/A
13 HN 3005 (13HN3005) Astra 68 Markus JN47PR
13 HN 872 (13HN872) Heimdall Chris JN47NS
13 HN 2701 (13HN2701) Merlin Peter JN47JS
13 HN 842 (13HN842) Beta 78 Robert JN47PQ
13 GY 01 (13GY01) Gipsy Marco JN47NR
13 BE 78 (13BE78) Black Eagle Jérôme JN47HT
13 BL 78 (13BL78) Bruce Lee Wilhelm JN47HU
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Das Maidenhead Locator Grid Square System ist eine einfache Möglichkeit seinen ungefähren Standort mitzuteilen.